Schultern mit Dellen auf der Hochzeit Feste Feiern
Am Wochenende war es wieder so weit: Die Dresdner Messe öffnete ihre Tore zur Hochzeitsmesse 2010. Um ein verfrühtes Partydahinsiechen zu verhindern, kämpften Mercurius Musik und Aspasia an vorderster Front für die drei Ks - Kunst, Kultur und Kurven. Das Kombinat TMS Messen hatte wieder weder Kosten noch Mühen gehabt, Models mit Dellen in der Schulter und transparenten Glanz-BH-Trägern, die einst Anfang des letzten Jahrzehnts für Leute, welche die christliche Zeitrechnung mit dem Jahr 0 beginnen lassen, hip waren, auf das Messepublikum loszulassen. Die als modern klassifizierte Brautmode besticht vor allem durch schulterlose Schnitte, welche die Blicke auf verkürzte Muskelpartien auf sich ziehen und Schultern freilegen, die nicht zu strecken sind. Die Hüften wurden beim Hüftwurf rückartig von hinten rechts nach vorn links geworfen oder auch andersherum. Dabei war eine Fortbewegung in Blickrichtung deutlich erkennbar. Auf der Bühne wurde aber gelächelt.
„Das Brautkleid muss zum Typ, Charakter und Persönlichkeit der Braut passen. Es muss perfekt sitzen, Figurvorteile betonen und Figurnachteile kaschieren. Die Braut sollte sich in ihrem Kleid auf Anhieb wohlfühlen und darf sich nicht verkleidet fühlen.“1 Zum Glück gab es keine echten Bräute zu sehen und diese gedenken, sich ausschließlich ihrer Familie zu zeigen.
Hervorstechend in Bezug auf die Qualität der Messeorganisation war wieder das Kombinat TMS Messen in enger Kooperation mit unvollendeten Journalistikstudenten. Vorher schriftlich fixierte Termine wurden wie selbstverständlich nicht eingehalten. Um einen Rest Ordnung zu bewahren, durfte zum Schluss für die sanfte Seite des linkskonservativen Dresdner Publikums das Roland-Kaiser-Double auf die Bühne.
Nichts destotrotz setzten sich Mercurius Musik und Aspasia erfolgreich für die Redekultuvierung der Heiratswilligen ein und setzten kulturelle Akzente mit ihrer kleinen musikalischen und tänzerischen Reise durch die Zeit.